NO MORE
DONNERSTAG | 25.03.2010 | 20:30 UHR
MIDNIGHT PEOPLE & LO-LIFE STARS – TOUR
Im Herbst 2008 gehen Tina Sanudakura und Andy Schwarz nach 22 Jahren wieder als NO MORE auf die Bühne. Vom BIMfest in Antwerpen über Auftritte in Warschau, Kopenhagen, Athen, Stockholm, Mailand, Rom, Rotterdam, Hamburg, München, Berlin und Paris bis hin zum M’era Luna Festival spielen NO MORE erfolgreiche Auftritte in ganz Europa.
Nun liegt mit dem Album “MIDNIGHT PEOPLE & LO-LIFE STARS” das erste “richtige” Studioalbum seit 1986 vor. Inspiriert durch ihre Tour quer durch Europa, geben NO MORE im besten Gonzo-Journalismus und mit dem so eindeutig und klar definierten Post-Punk-Proto-Electronica-Kraut-Glam ihre Eindrücke wieder.
Bekannt wurde die Band durch den genresprengenden Indie-Klassiker „Suicide Commando“, einem Titel, der seit seinem Erscheinen 1981 nicht nur auf zahlreichen Compilations erschienen ist, sondern auch durch die Remixe von DJ Hell und Echopark immer wieder ins Rampenlicht gestellt wurde.
So ist der Song auch heute noch unverzichtbarer Teil vieler DJ-Sets von Dark Wave bis Electroclash, von EBM bis Post Punk, von Electronica bis Indierock.
„Natürlich sind die meisten zuerst Leute wegen „Suicide Commando“ zu den Konzerten gekommen, da machen wir uns gar nichts vor. Aber die meisten sind mit dem Gefühl nach Hause gegangen, das dies gar nicht unser bester Song ist und dass wir noch wesentlich mehr zu bieten haben.“
Das liegt zum einen an der intensiven Bühnenpräsenz (schon 1982 beschreibt der New Musical Express im Review zu „A Rose Is A Rose“ NO MORE als „a trio of young Germans who appear to have fallen out of LOU REED´s BERLIN album“), zum anderen an der gekonnten Mischung aus neuen und alten Songs.
Schon im krachenden und zirpenden Opener des neuen Albums “Il Tempo Reale” mit der Refrainzeile “Where have all the Zeitgeists gone?” verabschieden NO MORE nicht nur mit gespielter Wehmut ebendiesen, sondern treten auch gleich jegliches Pathos der 80er in die Tonne. Und mit der Textzeile ”Je suis le vent latéral” („Ich bin der Seitenwind“) machen sie gleich zu Beginn des Albums klar, dass sie nicht vorhaben in der Spur eines bestimmten Genres zu bleiben.
NO MORE bedienen sich genreübergreifender Zitate und Verwehungen, sind cool genug, für die Lust am Spielen die Coldwave Coolness zu riskieren, geben sich mit post-ironischem Humor auch bis dahin unbekannten Freuden hin, berichten über das Jetzt und Woanders und das Damals und Hier.
Während ihr Überhit “Suicide Commando” eine monochrome Fläche war, die jeder in der fast 30-jährigen Erfolgsgeschichte des Songs mit den eigenen Begehrlichkeiten füllen konnte, setzen NO MORE heute in jedem Song Schlaglichter sowohl auf die Gegenwart als auch die Vergangenheit.
Oder wie es das Londoner Playground Magazine Ende 2009 treffend formulierte: “It’s always impressive when a band go full circle and have the presence of mind to use the music of those they’ve influenced to re-invigorate their own sound.”
Mal verwenden sie traditionelle Songstrukturen, dann wieder loopen sie sich durch Songs wie beim psychedelischen “The Kores Of Stockholm”.
NO MORE spielen live extravagante Coverversionen von Velvet Undergrounds “Waiting For The Man” und den No Wave Klassiker “Hands In The Dark”. Sie verwandeln aber auch alte Songs wie z.B. „French Kisses“ in Noise-Disco und bringen mit „In A White Room“ Minimal-Electronica auf den Punkt.
Bilder vom No-More-Konzert am 18. Dezember 2008 im DUMONT

DUMONT